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Timo und seine Freunde Timo the tomcat Mein
Name ist Timo und ich habe 1992 das Licht der Katzenwelt erblickt. Zwar
lege ich Wert darauf, als Kater bezeichnet zu werden - dummerweise
falle ich aber grundsätzlich immer unter den Sammelbegriff "Katze".
Ich möchte Euch hier mal einen Auszug aus meinem Leben geben.Seit Anfang 1993 lebe ich nun bei meinem Frauchen. Wir haben viel erlebt und einiges voneinander gelernt. Ich habe es auch geschafft, ihr doch einige meiner Grundsätze beizubringen. Ich mag es z. B. nicht, wenn mich Frauchen tragenderweise durch die Wohnung schleppt. Dafür hat auch mir der liebe Katzengott (und schon wieder dieses Wort!) vier Beine gegeben. Ich schicke so an die tausend Vorwarnungen, mich doch
wieder auf den Boden zu setzen. Das geht über strampeln, Krallen
in ihren Rücken stemmen, böse gucken bis hin zu leicht den Mund
öffnen und ein sachtes Hauchen hervorstossen (Fauchen wäre
hier ja zu offensichtlich). Leider versteht sie erst immer die tausendundeinste
Vorwarnung - meinen Joker und die Wunderwaffe überhaupt! Das funktioniert
so: Blickkontakt suchen, unschuldig und lieb drein schauen und dann abrupt
zupacken - mit meinen Zähnen ihre Nase! Plötzlich kann Frauchen
mich garnicht schnell genug loswerden. Sie guckt dann immer mit hervorstehenden
Augen, die rot unterlaufen sind. Anscheinend ist die Nase eines Menschen
wohl doch mit seine empfindlichste Stelle. Ich sage dann zwar immer, es
hätte nicht so weit kommen brauchen. Aber da schliesse ich mich dem
Spruch eines weisen Menschen an und sage: wer nicht hören will, muss
fühlen.Leider ist es mir bis jetzt nicht gelungen, mal die Nase meines Arztes zu erwischen. Der friemelt immer an mir 'rum - guckt mir in die Ohren, in die Augen und sogar meine Zähne scheinen für ihn von besonderem
Interesse zu sein. Da ich leider immer von mehreren Leuten gleichzeitig
bei dieser Prozedur festgehalten werde, gelingt es mir einfach nicht,
seine Nase zu erwischen. Trotzdem habe ich mich reichlich unbeliebt bei
ihm gemacht, dass er eine zeitlang bei solchen Experimenten an mir seine
Hände und Arme grundsätzlich in Handschuhen, die ihm bis zum
Schultergelenk reichten, versteckt hat (welch ein Feigling). Aber
ich habe ihn ausgetrickst! Einige Jahre (Kater sind da sehr geduldig)
habe ich mich benommen wie ein lammfrommes Schaf. Sogar angelächelt
habe ich ihn! Er ist darauf reingefallen und hat die Handschuhe nicht
mehr angezogen. Mein Ziel hatte ich erreicht. Was dann kam, brauche ich
hier nicht im einzelnen zu erläutern - das liegt wohl auf der Hand
bzw. auf der Pfote. Ich freue mich schon auf den nächsten Besuch,
wenn er wieder seinen Schutzanzug trägt!Ich gehe in vielen Dingen immer taktisch klug vor. Wenn Besuch kommt, spiele ich den lieben und verschmusten Kater. Ich begrüsse
alle und schnurre ihnen um die Beine (besonders bei denen, die eine
richtig dicke Katzenallergie haben). Wer schiebt auch schon
einen solchen vor Liebe und Zuneigung strotzenden Kater einfach von sich!?
Wenn sie mich dann streicheln und liebkosen und ich die Hand des Menschen
so richtig zum Greifen nah habe, gehe ich zum Angriff über. Ein kurzer
gezielter Biss und die Fronten sind geklärt. Den Rest des Abends
wird dann wenigstens nicht mehr an mir rumgezerrt und gezogen und geknuddelt.
Bis jetzt ist diese Strategie immer voll aufgegangen.Frauchen hat es aber auch geschafft, mir ein klein wenig Benimm beizubringen. Leider muss ich das ja auch zugeben. Bevor abends
ins Bett gegangen wird, gibt's nochmal einen Klo-Gang. Das heisst, ich
werde zum Pinkeln und was man sonst noch da tut, animiert. Damit Frauchen
morgens auch mal ausschlafen kann. Da darf ich dann nicht Randale machen,
wenn die Blase oder Darm drückt. Die Türe ist nämlich über
Nacht geschlossen und Frauchen müßte dann ja aufstehen, um
mich rauszulassen. Aber ich kann damit ganz gut umgehen und auch hier
arrangieren wir uns prächtig. Wenn ich was Leckeres haben will, gehe ich an meine Grenzen. Ich schaue ganz lieb, gebe seichte Töne von mir und kann sogar mit meiner Pfote Frauchens Wange streicheln (die Krallen schauen aber selbstverständlich immer ein wenig raus, sonst
würde ich ja mein Gesicht verlieren). Sie findet das dann
immer so süss, dass ich alles von ihr bekomme, zwar abgezählt
- aber immerhin.Und was ist die Moral von der Geschichte? - Ein Kater bewahrt immer sein eigenes Ich. Er paßt sich in einigen Dingen den Menschen an, aber letztendlich wird es niemand schaffen, einem Kater den Willen zu brechen. Und mir schon garnicht! Schreibt mir doch mal, wie es Euch so ergeht mit Euren "Dosenöffnern". Es grüsst Euch herzlichst Timo - the tomcat |
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