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Immendorf - ein altes Dorf in Köln

Die St.-Servatius-Kirche zu Immendorf

Auf einem Hügel, etwa 13 m über der Umgebung, erhebt sich, weithin sichtbar, die Immendorfer Servatiuskirche. Der Boden unter dem Turm und dem westlichen Teil des anschließenden Schiffes birgt Fundamente der Vorgängerkirche. Der ehemals auf Gußmauerwerk ruhende Bau war so breit wie der jetzige Turm (11,25 m) und etwa 14,75 m lang. Die im Basaltfußboden hervorgehobenen Streifen im Innenraum der Kirche verweisen auf den Verlauf seiner Außenwände. Die Bauzeit ist nicht gesichert. Da die Immendorfer Kirche in der Urkunde von 948 genannt ist, erscheint jedoch eine Entstehung des Sakralbaues in ottonischer Zeit wahrscheinlich.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts reichte das Gotteshaus nicht mehr für die angewachsene Bevölkerung. Der 1841/42 im Osten errichtete Anbau war wie viele Sakralbauten der Zeit in Anlehnung an frühchristliche Vorbilder. Das Verhältnis von altem und neuem Kirchenbau wurde als unglücklich empfunden. Da sich der alte Teil außerdem als sehr reparaturbedürftig herausstellte, entschloss sich die Gemeinde zu dessen Abbruch und zur Erweiterung des neues Teils. 1873 fertigte August Lange in Köln einen Plan für einen Backsteinbau. Lange fügte im Osten ein weit aus der Mauerflucht vortretendes Querschiff mit Nebenapsiden, Vorchorjoch und eingezogener Apsis an den bestehenden Teil. In die Winkel zwischen Querschiff und Apsis schob er zwei Sakristeien. Lange griff beim Außenausbau wie viele seiner Kollegen auf architektonische Motive staufischer Kirchen im Rheinland zurück. Nach dem Vorbild der Kölner Kirche St. Aposteln gestaltete er den Turm, nach St. Andreas die Querschiffgiebel.

Das älteste Ausstattungsstück ist der Corpus Christi am Kreuz hinter dem Hochaltar. Das Bildwerk stammt aus dem 1855 geschaffenen, heute entfernten Kreuzaltar. Die Kanzel an der Ecke zum nördlichen Querschiff gelangte wahrscheinlich nach der Säkularisation aus dem Kölner Severinsstift hierher. Die Reliefs am Korb zeigen die hll. Severin, Cornelius und Cyprianus, die in St. Severin verehrt wurden.

Die von Peter Rodenkirchen in Deutz gegossenen Glocken in den Tonhöhen F, G und A sind dem hl. Servatius, den Hl. Drei Königen und der hl. Katharina geweiht.

In den fünfziger und sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts erhielten die Fenster eine neue Verglasung nach Entwürfen von Hermann Gottfried. Bei den Fenstern in der Apsis herrschen die Farben Blau, Dunkelgrün und Rot vor. Dynamisch geschwungene Bleistege teilen die Darstellung schachbrettartig, ohne Rücksicht auf Figuren und Themen. Bei den abstrakten Verglasungen im Langhaus herrschen Blau-, Grau- und Grüntöne vor. Die Fenster im Vorchorjoch beziehen sich auf die Gaben der Eucharistie, die Apsisfenster auf die Bedeutung des hl. Servatius für den katholischen Glauben und der von ihm im Sinne des hl. Athanasius vertretenen Wesensgleicheit Christi innerhalb der Dreieinigkeit.

(Quellenhinweis)

 

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